Japanischer Onsen, Grafik

Beppu – Onsen Stadt mit 7 Höllen

Beppu – Onsen Stadt mit 7 Höllen

Die beste Adresse für Fans der japanischen Hot Springs

Willkommen in der Hölle! Beppu, Onsen und der Begriff Hölle fallen oft in einem Atemzug und wer durch die dortigen Straßen wandert, weiß auch warum. Es zischt und brodelt an jeder Ecke und weiße, nach Schwefel riechende Dampfschwaden steigen aus den Ritzen und Kanälen des Bodens auf. Wie das kommt?

Beppu (別府) ist eine der berühmtesten Onsen-Städte der Welt! Sie befindet sich auf der Südinsel Kyushu und hat 125 000 Einwohner. In Beppu schlummern zahlreiche heiße Themalquellen, die zusammen genommen über das meiste Quellwasser in ganz Japan verfügen. Die Stadt bietet Besuchern eine unvergleichliche Vielzahl an Dampfbädern, sowie Sand- und Schlammbädern. Eine besondere Attraktion sind die 7 Hells of Beppu (auch Jigoku Beppu), welche zwar nicht zum Baden geeignet sind, aber mit ihrem bunten Wasser und riesigen Dampfschwaden eine echte Augenweide darstellen.

Gut zu wissen: Bei uns duscht man morgens, in Japan dagegen gibt es üblicherweise vor dem Schlafen gehen ein ausgiebiges Bad. In einer Onsen Stadt wie Beppu sieht man aber auch viele Einwohner, die früh morgens in einen der öffentlichen Onsen gehen und dort kurz entspannen, bevor der Tag los geht.

Onsen in Beppu

Die Thermalquellen bestimmen in vielerlei Hinsicht den Alltag der Einwohner in Beppu. Im Vergleich zu Tokyo oder Kyoto ist Beppu natürlich nicht ganz so gut besucht, aber dennoch zieht es so manchen Touristen in die Stadt um die berühmten Beppu Onsen auszuprobieren. Viele der Einwohner arbeiten in touristischen Einrichtungen, Restaurants und so weiter – und selbstverständlich baden auch die Einheimischen fleißig in den entspannenden Thermalquellen.

Insgesamt soll es über 100 Orte geben, an denen man als Besucher in den Genuss des heißen Quellwassers kommt, oft umsonst oder für nur 100 Yen (ca. 83 Cent). Hinzu kommen selbstverständliche auch teurere Privatonsen in den Hotels und Ryokans in Beppu.

Übrigens werden die heißen Quellen auch zum Kochen benutzt. Ein hart gekochtes Ei im Dampf des Thermalwassers schmeckt meiner Meinung nach zwar nicht viel anders, aber ist trotzdem eine nette Erfahrung. Auch dampfgegartes Gemüse oder Teigtaschen sind ein Klassiker. Oft kann man das „Kochen“, also das Platzieren der Speisen in einem Dampfkessel oder in einem Holzfass sogar selbst übernehmen.

Wenn wir schon beim Kochen sind: In Beppu ist Fugu, also der berüchtigte japanische Kugelfisch eine Spezialität. Wer diesen probieren möchte – warum nicht in der Onsen Stadt Beppu? Natürlich auf eigen Gefahr und am bitte nur in einem angesehenen Restaurant. Jetzt schauen wir uns einige der Gegenden der Stadt an, wo sich die Beppu Onsen nur so häufen. Insgesamt gibt es acht Stück davon, die zusammen unter dem Begriff Beppu Hatto Onsen bekannt sind. Die ersten beiden auf der Liste sind die populärsten der Stadt.

Gut zu wissen: In einem Onsen trägt man keine Badekleidung, sondern ist komplett nackt. Zuerst wäscht man sich gründlich in einem Gemeinschaftsbad, erst dann steigt man in die heißen Quellen. So gut wie alle Onsen in Japan sind heutzutage nach Geschlechtern getrennt (früher war das anders.) Hast du Tatoos? Dann erkundige dich lieber im Vorhinein, ob das spezielle Onsen dies zulässt. Oft ist der Besuch für tätowierte Personen nicht erlaubt.

Kannawa Onsen

Kannawa ist der perfekte Ort, um die „dampfenden Straßen“ zu erleben, die ich am Anfang erwähnt habe. An jeder Ecke und aus jeder Ritze steigen die Dampfschwaden empor. Zusätzlich gibt es dort eine große Ansammlung an traditionell japanischen Gasthäusern, den Ryokans sowie an öffentlichen Onsen. Wem der Gedanke nicht ganz gefällt, mit Fremden völlig nackt im Dampfbad zu sein, der sucht sich in Beppu Onsen mit mehr Privatsphäre (z.B. im Hotel) – oder probiert zumindest eins der Fußdampfbäder aus.

Straße in Kannawa, Beppu, Japan

Beppu Onsen

Als Beppu Onsen bezeichnet man die Onsen mitten im Stadtgebiet, genauer gesagt nahe dem JR-Bahnhof Beppu Station. Wenn Ihr auf der Durchreise seid, sind diese ganz praktisch, da sie leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Ein Beispiel: Das Ekimae-Kotō Onsen ist nur zwei Minuten zu Fuß von der Station entfernt. Ansonsten warten auch hier Ryokans, Hotels und heiße Quellen, die gleichermaßen Touristen und Einheimische anziehen.

Weitere Onsen in Beppu

Auch wenn Beppu Onsen und Kannawa Onsen die beliebtesten Hot Springs Beppus sind, zu entdecken gibt es noch viele weitere:

  • Kankaii Onsen
  • Kamegawa Onsen
  • Myoban onsen
  • Hamakwai Onsen
  • Myoban Onsen
  • Shibaseki Onsen

Beppu Jigoku – Die 7 Höllen Beppus

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Beppus sind die 7 Höllen oder auch Beppu Jigoku Meguri (地獄) Darunter fasst man sieben spektakuläre heiße Quellen, die nicht weit entfernt voneinander im Bereich Beppu Kannawa und Beppu Shibaseki liegen. Sie sind zwar zu heiß und daher zu gefährlich, um darin zu baden, liefern aber perfekte Bilder, Videos und natürlich Erinnerungen.

Seit etwa 1000 Jahren quellen dort heißer Schlamm, Wasser und heiße Gase aus der Erdoberfläche, vermutlich ausgelöst durch weitaus ältere vulkanische Aktivitäten. Der brodelnde Schlamm brockte diesen Orten den Spitznamen der sieben „Höllen“ ein. In Wirklichkeit ist die Stadt Beppu mit seinen Onsen aber eine wirklich angenehme und entspannende Hölle! An den Beppu Jigoku spürt man aber auch heute noch die Kraft der Natur. Insgesamt gibt es sieben dieser Höllen. Die Farbe des Wasser entsteht durch verschieden Sedimente und Stoffe aus dem Erdreich, zum Beispiel Eisensulfat. Die ersten vier auf der folgenden Liste tragen dabei den Titel „National Place of Scenic Beauty“.

Umi Jogoku

Die „Meereshölle“ Umi Jigoku zeichnet sich durch das brodelnde, kobaltblaue Wasser aus und ist eine der schönsten Höllen Beppus. In den umliegenden Gärten finden sich außerdem noch ein paar kleinere, leicht orangenfarbene heiße Quellen und ein Teich mit Lotusblumen.

Umi Jigoku, 7 Höllen, Beppu

Chinoike Jigoku

Das Wasser dieser „Bluthölle“ strahlt dagegen in einem roten Farbton. Wie in vielen der Höllen erklärt das anwesende Personal einige Fakten zu den Quellen (nur auf Japanisch).

Chinoike Jigoku, Beppu

Shiraike Jigoku

Milchiges, blau-weißes Wasser erwartet Dich an dieser Thermalquelle in Beppu. Nimm Dir außerdem Zeit, durch den schönen Garten zu spazieren. Das zugehörige Aquarium ist allerdings keine besondere Augenweide

Shiraike Jigoku, Beppu Onsen

Tatsumaki Jigoku

Die Tornadohölle hält einen heißen Geysir für Dich bereit. Alle 30 bis 45 Minuten bricht dieser aus und sprudelt dann für ungefähr 5 Minuten, wobei eine große Steinplatte über dem Geysir ihn leider daran hindert, seine volle Höhe zu erreichen.

Oniishibozu Jigoku

Die Schlammhölle Beppus. Der Name ist Programm, hier findest Du sprudelnde Schlammmassen. Wenn man ein Streichholz anzündet und die Funken in Richtung Schlamm pustet, steigt ordentlich Dampf auf. Es gibt dort auch ein öffentliches Bad für knapp 5 Euro.

Oniyama Jigoku

Die Monsterhölle Beppus wartet neben der eigentlichen Quelle mit weiteren Becken auf, auf deren Grunde Krokodile lauern. Leider sind diese Gehege sehr klein und so kann man schnell ein wenig Mitleid bekommen. Generell gehört Oniyama Joguku meiner Meinung nach zu den weniger spektakulären Höllen und ist keine Empfehlung für Tierfreunde.

Kamado Jigoku

Die Ofenhölle, in dessen Dampf das zugehörige Restaurant Speisen zubereitet. Kamado Jigoku beinhaltet außerdem eine heiße Quelle mit blauem Wasser, eine mit rotem Wasser und eine heiße Quelle mit blubberndem Schlamm. Alles auf einen Blick!

Kamado Jigoku, Beppu

Beppu Jigoku Eintritt und Anfahrt

Vom Hauptbahnhof fahren viele Busse in Richtung Kannawa, etwa alle 15 Minuten.

Wenn Du in Kannawa bist kannst du die dortigen fünf Quellen ganz einfach zu Fuß erreichen. Die verbleibenden beiden Quellen (Chinoike und Tastumaki) in Shibaseki sind 5 Minuten mit dem Bus (Linie 16/16A) entfernt. Beppu liegt an einen sehr steilen Hang, daher gibt es keine U-Bahn oder ähnliches. Ein Mietauto ist ebenfalls ein bequemes Mittel, um die Stadt und die ganze Insel Kyushu zu erkunden.

An jeder der sieben Höllen Beppus kann man sich einen Stempel für ein kleines Heftchen abholen, wie eine Art Sammelalbum.

Der Preis für eine Hölle beträgt 400 Yen (ca. 3,30 €) oder 2000 Yen (ca. 16,60 €) für alle zusammen, wobei die Höllen in zwei aufeinanderfolgenden Tagen besucht werden können. Geöffnet sind diese Sehenswürdigkeiten in Beppu von 8 bis 17 Uhr.

Sehenswürdigkeiten in Beppu

Um die Beppu Onsen und die Beppu Höllentour führt kein Weg vorbei, doch was kannst Du sonst noch in der Stadt unternehmen? Hier ein paar Vorschläge.

  • Beppu Sandbad: Genug von Wasser? Dann ab in den wohlig warmen Sand am Shoningahama Beach. Ein besonderes Erlebnis!
  • Takasakayami Money Park: Über 1000 japanische Makaken streunen durch die Gegend. Sie befinden sich nicht in Käfigen, also sollte man den tierischen Freunden zur Sicherheit nicht zu Nahe kommen.
  • Mount Tsurumi: Den besten Blick auf die Stadt und das Meer hast Du von diesem Berg. Man kann zum Gipfel wandern oder einfach die vorhandene Seilbahn nutzen.
  • Beppu Park: Ein ruhiger Park im Stadtzentrum, der vor allem während der Kirschblüte zum Verweilen lädt.
  • Matogahama Park: Eher ein Strand als ein Park, hier kannst Du dich zurücklehnen und das Meer beobachten.
  • Tagesausflug nach Yufuin: Und wenn Du doch noch mehr Onsen willst, kannst Du immer noch nach Yufuin (mit Bus oder Zug). Die Stadt ist ruhiger, dörflicher und entspannter als Beppu. Entspannte Spaziergänge durch kleine Gassen mit alten japanischen Gebäuden und Ryokans sind Dir hier sicher.

Ein Besuch der Stadt mit seinen berühmten Beppu Onsen ist sehr gut von Fukuoka aus zu realisieren. Dort gibt es einen größeren Flughafen, zu dem man meist eine günstige Verbindung erwischt. Mit dem Highway Bus geht es dann schnell und bequem nach Beppu.

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Noch näher ist der Oita Airport, von dem ebenfalls Highway Busse nach Beppu führen. Weitere Möglichkeiten sind: der nahegelegene Oita Airport, der Shinkansen von Tokyo aus oder eine Fähre von Shikoku oder Osaka aus.

Fazit: Generell würde ich nicht unbedingt empfehlen, Beppu als Alleinreisender zu besuchen, es sei denn Du bist ein riesiger Onsen Fan. Für Paare und Familien ist diese Stadt aber alles andere als eine Hölle, sondern stattdessen pure Entspannung.

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